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Ein Lastprofil zeigt, wann und in welcher Höhe ein Unternehmen elektrische Energie benötigt. Üblicherweise wird der Strombezug in 15-Minuten-Intervallen über einen längeren Zeitraum dargestellt. Ist eine Photovoltaikanlage vorhanden, liefert zusätzlich das Einspeiseprofil wichtige Informationen darüber, wann und wie viel überschüssiger PV-Strom in das öffentliche Netz abgegeben wird.
KI-generiertes Symbolbild.
Für eine fundierte Energieplanung verwendet EcoChange Consulting üblicherweise die Daten von zwölf vollständigen Monaten. Sie bilden eine wesentliche Grundlage für Simulationen und Was-wäre-wenn-Analysen.
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Kurz erklärt: Was ist ein Lastprofil?
Ein Lastprofil – häufig auch Lastgang genannt – stellt den Strombezug eines Unternehmens im zeitlichen Verlauf dar. Es beantwortet nicht nur die Frage „Wie viel Strom verbraucht mein Unternehmen?“, sondern vor allem:
Wann benötigt mein Unternehmen wie viel Strom?
Dieser zeitliche Verlauf ist für die Planung von Photovoltaik, Batteriespeichern und Energiemanagement deutlich aussagekräftiger als der reine Jahresverbrauch.
Stromverbrauch und Lastprofil: der Unterschied
Der Jahresstromverbrauch zeigt die gesamte elektrische Energie eines Jahres in Kilowattstunden. Das Lastprofil zeigt zusätzlich, wie sich dieser Verbrauch zeitlich verteilt.
Unternehmen mit demselben Jahresverbrauch können völlig unterschiedliche Lastprofile haben:
- gleichmäßiger Verbrauch an fünf Arbeitstagen
- kurze, sehr hohe Leistungsspitzen und lange verbrauchsarme Zeiten
- Dreischichtbetrieb mit hohem Nachtverbrauch
- hoher Tagesverbrauch mit guter direkter PV-Nutzung
Die wirtschaftlich sinnvolle Energielösung kann daher trotz ähnlichem Jahresverbrauch sehr unterschiedlich aussehen.
Was zeigt ein Lastprofil über den Betrieb?
Ein Lastprofil macht zahlreiche betriebliche Abläufe sichtbar:
- Arbeits- und Produktionszeiten
- Beginn und Ende von Schichten
- Grundlast in der Nacht
- Verbrauch an Wochenenden und Feiertagen
- saisonale Schwankungen
- hohe Leistungsspitzen
- gleichzeitiger Betrieb großer Verbraucher
- Einschalt- und Anfahrvorgänge
- mögliche unnötige Verbräuche
- flexible und verschiebbare Lasten
Es kann beispielsweise zeigen, ob der Stromverbrauch bereits vor Produktionsbeginn stark ansteigt, Maschinen außerhalb der Betriebszeiten laufen oder große Verbraucher regelmäßig gleichzeitig eingeschaltet werden.
Das Lastprofil ist damit der energetische Fingerabdruck eines Unternehmens.
Was sind 15-Minuten-Werte?
Bei größeren Stromverbrauchern wird der Energiebezug üblicherweise in 15-Minuten-Intervallen erfasst. Ein Jahr enthält rund 35.000 Viertelstundenwerte. Dadurch entsteht ein detailliertes Bild des Strombezugs.
Diese Auflösung ist wichtig, weil kurze Leistungsspitzen in Monats- oder Jahreswerten nicht sichtbar sind. So kann ein Betrieb im Jahresdurchschnitt einen moderaten Verbrauch haben und dennoch mehrmals pro Woche sehr hohe Bezugsspitzen verursachen.
Lastprofil und Lastspitzen
Lastspitzen entstehen, wenn ein Unternehmen innerhalb kurzer Zeit besonders viel Leistung aus dem Netz bezieht. Typische Ursachen sind:
- gleichzeitiges Starten mehrerer Maschinen
- Anlaufen großer Motoren
- Kompressoren und Pumpen
- elektrische Heizungen oder Kälteanlagen
- Ladegeräte für Stapler
- gleichzeitiges Laden mehrerer Elektrofahrzeuge
- zusätzliche Produktionsschichten
Mithilfe des Lastprofils lässt sich feststellen:
- wie hoch die Spitzen sind
- wann sie auftreten
- wie lange sie dauern
- wie häufig sie vorkommen
- wodurch sie wahrscheinlich verursacht werden
- ob sie steuerbar oder vermeidbar sind
- ob ein Batteriespeicher sie wirtschaftlich reduzieren kann
Für die Speicherauslegung ist besonders wichtig, nicht nur die Höhe, sondern auch die Dauer einer Lastspitze zu kennen.
Was ist ein Einspeiseprofil?
Ist bereits eine Photovoltaikanlage vorhanden, sollte neben dem Lastprofil auch das Einspeiseprofil ausgewertet werden. Es zeigt, wann und wie viel überschüssiger PV-Strom in das öffentliche Netz eingespeist wurde.
Damit lassen sich unter anderem folgende Fragen beantworten:
- Zu welchen Tageszeiten entstehen Überschüsse?
- Wie hoch sind die Einspeisespitzen?
- Wie unterscheiden sich Sommer und Winter?
- Wie viel Energie könnte zusätzlich im Betrieb genutzt werden?
- Welche Speicherkapazität könnte sinnvoll sein?
- Welche Verbraucher könnten in die PV-Zeiten verschoben werden?
Eine hohe Einspeisung ist nicht automatisch schlecht. Sie kann aber auf Potenzial für einen höheren Eigenverbrauch hinweisen.
Warum reicht der Lastgang des Netzbezugs bei PV nicht aus?
Der Lastgang des Energieversorgers zeigt in der Regel nur den Strom, der aus dem öffentlichen Netz bezogen wurde. Direkt verbrauchter PV-Strom ist darin nicht enthalten.
Ein niedriger Netzbezug zur Mittagszeit kann daher zwei Ursachen haben: Der Betrieb verbraucht tatsächlich wenig – oder er deckt einen hohen Verbrauch teilweise mit der eigenen PV-Anlage.
Für eine vollständige Analyse sollten deshalb mehrere Datenquellen zusammengeführt werden:
- Netzbezug
- Netzeinspeisung
- gesamte PV-Produktion
- direkt verbrauchter PV-Strom
- Daten eines vorhandenen Batteriespeichers
- Messdaten großer Einzelverbraucher
Vereinfacht gilt:
Verbrauch = Netzbezug + PV-Produktion − Netzeinspeisung
Bei einem Batteriespeicher müssen zusätzlich Lade- und Entladevorgänge sowie Verluste berücksichtigt werden.
Warum zwölf Monate Energiedaten?
Ein einzelner Monat kann ein falsches Bild vermitteln. Viele Betriebe zeigen deutliche saisonale Unterschiede, etwa durch:
- höheren Kühlbedarf im Sommer
- höheren Heizbedarf im Winter
- Produktionspausen und Betriebsurlaube
- saisonale Auftragsschwankungen
- unterschiedliche Sonneneinstrahlung
- Feiertage und Wochenenden
Zwölf vollständige Monate enthalten alle Jahreszeiten und bilden den normalen Betriebsablauf wesentlich besser ab. Je aktueller und vollständiger die Daten, desto belastbarer werden Planung und Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Was wird in der Lastganganalyse betrachtet?
Grundlast
Die Grundlast ist jener Verbrauch, der nahezu ständig vorhanden ist – auch nachts, an Wochenenden oder während eines Betriebsstillstands. Eine auffällig hohe Grundlast kann auf dauerhaft laufende Anlagen, Stand-by-Verbraucher, Druckluftverluste, Kühlung oder Lüftung hinweisen.
Tages- und Wochenstruktur
Das Profil zeigt, wann der Betrieb hochfährt, wann die größte Leistung benötigt wird und wie der Verbrauch nach Produktionsende zurückgeht.
Lastspitzen
Analysiert werden Höhe, Dauer und Häufigkeit. Daraus lässt sich ableiten, ob Verbraucher anders gesteuert oder Spitzen mit einem Speicher reduziert werden können.
Saisonale Veränderungen
Der Monatsvergleich zeigt, wie stark Heizung, Kühlung, Produktion oder andere saisonale Einflüsse den Verbrauch verändern.
PV-Eigenverbrauch und Einspeisung
Bei bestehender Photovoltaik wird sichtbar, wie viel Solarstrom direkt genutzt und wie viel eingespeist wird.
Ungewöhnliche Muster
Verbrauch außerhalb erwarteter Betriebszeiten oder unerklärliche Spitzen werden sichtbar. Für die eindeutige Zuordnung zu Maschinen können Unterzähler oder temporäre Messungen erforderlich sein.
Grundlage für Was-wäre-wenn-Analysen
Auf Basis historischer Last- und Einspeiseprofile kann EcoChange berechnen, wie sich unterschiedliche Maßnahmen auf Netzbezug, Lastspitzen und Stromkosten ausgewirkt hätten. Typische Fragen sind:
- Was hätte eine größere PV-Anlage verändert?
- Wie viel PV-Strom wäre direkt genutzt worden?
- Wie hätte sich ein Speicher mit unterschiedlicher Kapazität verhalten?
- Welche Speicherleistung wäre für die Lastspitzen notwendig gewesen?
- Wie stark hätte sich der maximale Netzbezug reduziert?
- Was hätte intelligentes Laden von Staplern oder Fahrzeugen gebracht?
- Wie hätte sich ein dynamischer Stromtarif ausgewirkt?
Statt pauschaler Annahmen wird das geplante Energiesystem mit dem tatsächlichen Betriebsverhalten durchgerechnet.
Welche Daten werden für die Planung benötigt?
- Lastprofil über zwölf Monate
- bei bestehender PV das Einspeiseprofil
- möglichst vollständige PV-Erzeugungsdaten
- aktuelle Stromrechnungen
- Tarif- und Netzkosteninformationen
- Betriebs- und Schichtzeiten
- Angaben zu großen Verbrauchern
- geplante Maschinen und Erweiterungen
- Daten zu Ladeinfrastruktur, Heizung und Kühlung
- Messwerte eines vorhandenen Speichers
Lastgangdaten sind meist über das Kundenportal des Energieversorgers oder Netzbetreibers beziehungsweise aus einem vorhandenen Energiemonitoring verfügbar.
Grenzen eines Lastprofils
Ein Lastprofil zeigt genau, wann Strom bezogen wurde. Es zeigt aber nicht automatisch, welche Maschine den Verbrauch verursacht hat. Wenn mehrere Verbraucher gleichzeitig laufen, sind für eine eindeutige Zuordnung zusätzliche Messungen notwendig.
Auch ungewöhnliche Betriebsjahre müssen berücksichtigt werden. Produktionsausfälle, Umbauten, Betriebsferien oder stark schwankende Auslastungen können das Ergebnis beeinflussen. Deshalb werden Energiedaten immer mit Informationen über Betriebsabläufe und die zukünftige Entwicklung verbunden.
Fazit: Der energetische Fingerabdruck des Unternehmens
Ein Lastprofil macht Grundlast, Lastspitzen sowie Tages-, Wochen- und Jahresstrukturen sichtbar. Bei einer bestehenden Photovoltaikanlage ergänzt das Einspeiseprofil diese Informationen.
Zwölf Monate aktuelle Energiedaten bilden die Grundlage für Simulationen unterschiedlicher Kombinationen aus Photovoltaik, Batteriespeicher, Energiemanagement, Ladeinfrastruktur und Verbrauchersteuerung.
Das Ergebnis ist keine pauschale Schätzung, sondern eine Energielösung auf Basis des realen Betriebsverhaltens.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Lastprofil einfach erklärt?
Ein Lastprofil zeigt, wann und wie viel Strom ein Unternehmen aus dem Netz bezieht. Die Werte werden üblicherweise in 15-Minuten-Intervallen dargestellt.
Was ist der Unterschied zwischen Lastprofil und Lastgang?
Die Begriffe werden häufig gleich verwendet. Im betrieblichen Umfeld bezeichnet der Lastgang meist die zeitliche Folge der gemessenen Leistungs- oder Energiewerte.
Reicht die Jahresstromrechnung für die Planung?
Nein. Sie zeigt den gesamten Energieverbrauch und die Kosten, aber nicht die zeitliche Verteilung. Für eine belastbare Planung sind Lastgangdaten wesentlich aussagekräftiger.
Kann man erkennen, welche Maschine wie viel Strom verbraucht?
Energiekosten senken.
Energieversorgung absichern.
Wir unterstützen Unternehmen bei intelligenten Energielösungen
— gemeinsam mit regionalen Elektrofachbetrieben.